Sonntag, 23. November 2025

5: Kaffee, Kolik, leere Kasse

Rilana & Friends

Sommer, Sonne, sabotiert!

Kapitel 5: Kaffee, Kolik, leere Kasse

Am vierten Ferientag, einem Dienstag, war ich aufgewacht, bevor mein Wecker klingelte. Hoffentlich würde ich diese Gewohnheit behalten, denn ein Detektiv-Instinkt war jetzt genau das Richtige. Ich schaltete den Wecker aus, schlüpfte in die grauen Hot Pants und tauschte mein Schlabber-T-Shirt, in dem ich geschlafen hatte, gegen ein schwarzes Top ein. Dann drückte ich die Klinke meiner Zimmertür runter und ging ins Bad, wo ich den morgendlichen Kram erledigte und mich schminkte. Meine blonden Haare band ich mir diesmal zu einem hohen Pferdeschwanz. Ich überlegte, ob ich Strähnchen raushängen lassen sollte, entschied mich aber dagegen. Das war mir zu unpraktisch.
In der Küche trank ich eine herumstehende Flasche Apfelschorle leer und naschte ein paar von Moms Lieblingscookies aus dem Küchenschrank. Als das alles hinter mir lag, brauchte ich meine Füße nur noch in meine längst nicht mehr weißen Sneaker zu stecken und aus dem Haus zu rennen. Ich hätte auch in meinem Zimmer mit Ayame und Mayari chatten können, aber seit die Umbauarbeiten auch meinen einzigen sicheren Zufluchtsort erreicht hatten, war es nicht mehr so wirklich mein Zimmer. Außerdem waren meine Friends bestimmt noch nicht wach und würden mir dann vorwerfen, den Chat gespamt zu haben.
Und die Person, die das Waltz-Café sabotiert hatte, musste schließlich gefunden werden!!!

Mit schnellen Schritten lief ich zum Tatort. Es war nicht ausgeschlossen, dass der Saboteur über Nacht wieder zugeschlagen hatte. Mist. Abgeschlossen. Jette und Timo waren noch nicht da.
Nervös schlich ich vor der Tür auf und ab. Plötzlich fiel mir etwas ein. Vielleicht gab es einen Hintereingang, den Jette und Timo nicht abgeschlossen hatten. So verpeilt, wie die zwei waren, konnte ich mir das gut vorstellen.
Ich streifte um das Café, bis ich tatsächlich eine nur angelehnte unscheinbare Tür entdeckte. So leise wie möglich stieß ich sie auf. Zum Glück war sie relativ neu und hatte keine quietschenden Angeln. Ich habe nie besonders auf Böden geachtet, aber seit ich das Café zum ersten Mal betreten habe, habe ich mir gemerkt, dass der Boden aus Fliesen und Beton gemacht war und deshalb keine Gefahr wegen lauten Holzdielen bestand.
Ich schloss die Tür hinter mir und schaltete das Licht an. Hoffentlich würden Jette und Timo nicht so bald kommen.
Ohne die leisesten Geräusche von mir zu geben bewegte ich mich hinter den Tresen. Dort war alles normal. Die Schubladen waren bis zum Ende nach hinten geschoben, die Spülmaschine gluggerte vor sich hin und die Kaffeemaschine auf der Vitrine stand reglos und mit ausgeschaltetem Display da. Nichts war verdächtig. Der Saboteur hatte allem Anschein nach nicht wieder zugeschlagen – es sei denn, er war sehr geschickt vorgegangen.
Ich kam hinter dem Tresen hervor und konzentrierte mich auf den Boden. Waren da auffällige Fußabdrücke oder zur Seite gestoßene Stühle? Nein, wenn überhaupt nur von mir. Aber bis Jette und Timo darauf kamen, den Boden nach Fußspuren abzusuchen und die Sohlen aller ihrer Kunden zu kontrollieren, hatten schon zehn Gäste ihre Kaffees verschüttet und alles wieder aufgewischt.

Ein spitzer Schrei. Das Licht ging aus. Schlüsselgeklimper.
Ich wirbelte herum. „Hey, was willst du?“, rief ich und erblickte Jette. Sie schlotterte und zeigte auf mich. „Das... Das frage ich dich! Bist du etwa die Saboteurin, Rilana Westfried?“ Für ihre Verhältnisse war sie gerade ganz schön einfallsreich.
„Nein! Bist du sie?“, donnerte ich zurück. Plötzlich bekam Jette einen Lachflash. Unsere reflexartigen Ausrufe waren wirklich ziemlich witzig. „Nein“, sagte Jette jetzt ruhiger, „ich bin doch das Opfer! Und deine Reaktion zeigt, dass du nicht die Täterin bist.“ „Ganz schön logisch“, kommentierte ich und zog mir den Zopf stramm. „Aber das Opfer kann natürlich auch der Täter sein.“
Jette ließ die Schultern hängen und schlurfte zum Kühlschrank. „Ich bin aber nicht der Täter, ich schwöre“, grummelte sie mit einem Blick über die Schulter. Dann öffnete sie die Kühlschranktür und holte ein paar Backwaren raus, um sie in die leere Vitrine zu stellen.

Die Tür ging auf. Ich hörte zwei verschiedene Stimmen. Es waren Timo und Lynn.
„Timo, ihr müsst wirklich gut aufpassen jetzt. Das mit der Sabotage ist wirklich ernst. Ich würde euch ja so gerne helfen, aber Sina braucht mich. Ohne mich würde der Umbau noch viel länger dauern“, erklärte Lynn ernst. Timo nickte missmutig.
Lynn drehte den Kopf zu mir. „Ah, huch, Rilana! Was tust du denn hier?“, sagte sie erfreut.
„Ich bin durch den Hintereingang reingekommen und hab nach Spuren vom Saboteur gesucht, ob er wieder zugeschlagen hat!“, stammelte ich. Lynn grinste. „Aha, die Detektivin legt sofort los und ist bereits im Einsatz!“, bemerkte sie, bevor sie ihre Aufmerksamkeit den Speisekarten widmete.
„Offenbar war in der Nacht alles ruhig“, erklärte ich Lynn und verabschiedete mich, um dann durch den Hintereingang wieder rauszuschleichen.

Draußen auf dem Putzplatz spritzte Ayame Ice Cream ab. Wirklich ein Sonderfall, dass sie heute so früh hergekommen war. Aber wegen Ice Cream machte sie schließlich alles. AyAys Brille war etwas verrutscht und ihr Zopf nicht ganz so ultra-hyper-ordentlich wie sonst. Ihrem Aussehen nach zu urteilen war sie sehr niedergeschlagen und sad, weil wir es nicht geschafft hatten, Ice Cream zurückzuerobern. Es war so frustrierend, dass Mom sich nicht hatte überreden lassen. Immerhin würde sie zum Pferdemarkt auch Tornado mitnehmen, dann hatte Ice Cream vielleicht eine Chance von 1 %. Gestern Abend hatten wir Mom davon überzeugen können, dass Tornado auf dem Pferdemarkt heiße Ware wäre – um einen sanftmütigen, ausdauernden, gut gebauten und relativ jungen Braunen Wallach würden sich die Kunden bestimmt reißen. Der Gegensatz zu Ice Cream, die eine ältere, pflegebedürftige Schimmelstute war, fiel einem sofort ins Auge. Außerdem würde der neue Name, den Tornado von seinen neuen Besitzern bekommen würde, bestimmt besser passen – wir hatten ihn dummerweise Tornado genannt, weil wir den Namen cool fanden. Wäre ich ein Pferd, würde ich jedenfalls gerne so heißen. 

Als Mom an uns vorbeikam, um Ice Cream zu holen, lächelte sie gequält und winkte kurz. Ayame ließ plötzlich Kopf und Schultern hängen. Ich legte ihr eine Hand auf die Schulter. „Alles wird gut“, flüsterte ich, obwohl ich selber mit dem Gegenteil rechnete.
Ayame rückte ihre Brille zurecht und blinzelte dahinter ein paar rebellische Tränchen weg. Ich spürte, wie sie sich einen Ruck gab, bevor sie sich von der immer kleiner werdenden Ice Cream wegdrehte.
Ich blieb noch stehen und konnte sehen, wie Mom auch noch Tornado aus dem Stall holte und die beiden in den Pferdeanhänger scheuchte. Am Steuer saß Rob mit einem Cheeseburger und zusammengepressten Lippen. Mom setzte sich auf den Beifahrersitz, knallte die Tür zu und klopfte Rob auf die Schulter. Er nickte. Dann setzte sich das Auto leise brummend und mit laut wiehernden Pferden in Bewegung.
Als ich dachte, Ayame hätte das alles nicht gesehen, irrte ich mich. Mit aufgerissenen Augen und ausgestreckten Armen machte sie einen großen Schritt in die Richtung des wegfahrenden Autos.
„Komm“, sagte ich laut und bemühte mich um einen fröhlichen und aufmunternden Tonfall, „wir helfen Lia!“ Ich wirkte zuversichtlicher, als ich war, aber die Wirkung ging trotzdem auf Ayame über. Sie nickte tapfer und wir gingen motiviert auf Lia zu, die barfuß vor einer aufgerissenen Stelle an der Hauswand hockte. Sie lockerte Schrauben an einem verschimmelten und verstopften alten Rohr. Ich wusste, dass diese Tätigkeit seit Langem gemacht werden musste und alle sie nur nervig fanden. Lia kam wie gerufen. Ohne sie würde das Problem sicher noch zehn Jahre auf die lange Bank geschoben werden, bis irgendwann das ganze Rohrsystem auseinanderfiel und wir milliardenschwere Schulden für eine komplette Erneuerung aufnehmen mussten. Zum Glück packte Lia tatkräftig mit an, bevor diese Katastrophe passieren konnte. Aber damit alles noch schneller ging, mussten wir ihr helfen. Zum Beispiel, in dem wir ihr Schuhe ausliehen, denn sie war offenbar immer noch nicht dazu gekommen, sich neue zu kaufen. Ich zwinkerte Ayame zu und rannte ins Haus. Meine Reitstiefel, die eine Größe zu groß waren, hatte ich noch nie angerührt und ehrlich gesagt hatte ich auch keinen Bock darauf, das mal zu machen.
Wieder bei Ayame und Lia stellte ich diese vom Schicksal gesegneten Wunderstiefel auf dem steinigen Boden ab. Lia nickte mir dankbar zu und wies mit der Hand auf ihre High-Heels, die ein paar Meter hinter ihr vernachlässigt unter einem jungen Bäumchen standen. Na ja, ich konnte verstehen, dass Lia es vorzog, harte Arbeit barfuß und nicht in Stöckelschuhen zu verrichten.

Ich hörte ein Wiehern. Ich wusste nicht, von welchem Pferd es stammte, aber es klang so ähnlich wie das von Ice Cream. Quatsch. Ice Cream war auf dem Weg zum Pferdemarkt. Ich schaute zur Koppel. Carlo tollte dort herum. Das Wiehern war von Ceci gekommen, die ruhig graste. Aber diese Tatsache konnte mich jetzt nicht mehr vom Gedanken an Ice Cream ablenken. Eigentlich konnte mich nur ein Thema von diesem Gedanken ablenken; und das war die Sabotage.
„Lia?“, fragte ich. „Hast du schon von der Sabotage gestern im Café gehört? Es wurde eine Gabel verbogen!“
Lia schaute von den Rohren auf. „Nein, Sina hat es mir noch nicht erzählt. Hast du die Info von Lynn?“ Sie strich sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und auf ihrer Stirn bildeten sich winzige, ernste Falten, die auf ihre Besorgnis hindeuteten.
„Nein, Ayame hat sich was bestellt und ihre Gabel war verbogen. Ich war die erste, die das bemerkt hat“, erklärte ich mit gehörigem Stolz.
Ayame lief rot an. „Ich hab auf Timo geachtet und nicht auf die Gabel. Erst mal dachte ich, er war das. Total kindischer und egoistischer Gedanke. Ich dachte, er hat die Gabel verbogen, um für spannenden Gesprächsstoff zu sorgen, damit wir noch länger reden und, äh, flirten können. Natürlich war das voll unlogisch und Rilana, das Detektiv-Girl, hatte die viel logischere Vermutung: nämlich, dass es einen Saboteur gab. Ich hab dann auch gemerkt, dass er nicht hinter Sache steckte. Er hat es sogar geschworen.“
Lia senkte den Blick wieder auf die Rohre, die schimmelnd vor ihr lagen. Schließlich merkte sie an: „Alle Achtung vor Rilana dem Detektiv-Girl! Und vor allem alle Achtung vor Ayames rosaroter Sonnenbrille durch übertriebene Verliebtheit! Ich finde deine Vermutung ziemlich wahrscheinlich, Ayame! Für mich klingt sie logisch.“ Sie zwinkerte aufmunternd.
„Für mich klingt die Vermutung auch logisch“, meinte ich, „Timo hat aber geschworen, dass er es nicht war. Findest du vielleicht sonst wen verdächtig?“
Lia sah sich um. „Na ja... Jette vielleicht? Oder es war eben doch Timo, manchmal meint man einen Schwur ja nicht so ernst, oder er hatte halt was über Kreuz. Obwohl das nicht wirklich zählt.“ Sie stand auf. „Hast du noch wen im Verdacht? Was meinst du – dieser Rob... ?“
Ich schüttelte entschieden den Kopf.
„Oder seine Freundin, diese Ayesha“, fuhr Lia fort, „die ist immer so aggressiv und verschlossen!“ Misstrauisch ließ sie den Blick über den Hof schweifen. Ich nickte. Stimmt. Ayesha. Ich konnte mir gut vorstellen, wie sie Gabeln verbog und Pläne für die nächste Zeit ausheckte. Und dass sie auf TikTok Leute erpresste, war auch nicht ausgeschlossen. „Komm, Ayame, wir gehen zu Ayesha!“, entschied ich und marschierte los.

Ayesha lungerte faul auf einem Stein, der die Autos davon abhalten sollte, dort zu parken. Wenn sie die Kamera ihres Handys in den Selfie-Modus stellte, konnte sie genau sehen, was in Jettes und Timos Café passierte. Für den Anfang nicht schlecht. Ich gab ihr einen kräftigen Stoß gegen die Rippen.
Ayesha hielt sich die Stelle fest und schaute mich verärgert an. „Hey, was willst du?!“, blaffte sie sofort. Ich verschränkte unbeirrt die Arme und konterte: „Was ich will? Zumindest will ich die Gabeln hier nicht verbiegen!“
Ayesha hatte auch schon eine Antwort parat: „Was hat das jetzt wieder mit mir zu tun? Du willst nur Ärger!“ Das war nicht besonders kreativ. Ich ließ mir was Besseres einfallen. „Genau, weil du hier die Gabeln verbiegst! Ich weiß, dass du das bist, und du weißt, wovon ich rede! Was du machst, ist komplett lächerlich!“
Ayesha stand mit einem Ruck auf. Sie wedelte mit der Hand vor meinem Gesicht herum und schrie: „Hau ab! Ich weiß nicht, was das mit der Gabel ist, aber du weißt, dass du mich mobbst und vollkommen aggro bist!“ Ich wich einen Schritt zurück.
Ayame räusperte sich. „Überleg's dir, Ayesha. Wenn du die Saboteurin bist, dann sag's uns lieber. Das ist auf die Dauer besser für alle, auch für dich. Früher oder später werden wir es sowieso rauskriegen“, warnte sie und legte mir eine Hand auf den Arm. „Sie ist ein Detektiv-Girl, verstanden?“
Ayesha zog die Nase kraus. „Im Ernst? Das ist doch kindisch! Die drei Ausrufezeichen werden überhaupt nicht happy sein, wenn die rauskriegen, dass ihr sie nachmacht.“
„Die gibt’s gar nicht mal“, erwiderte Ayame überzeugt. Ihr gechillter Tonfall überraschte mich, machte mir aber auch Mut. Man konnte es einfach ganz chillig angehen. Ayame fügte hinzu: „Und wir machen die drei Ausrufezeichen auf keinen Fall nach. Ist uns zu uncool. Außerdem sind sie professionelle Detektivinnen, bei uns ist nur Rilana zufällig ein Naturtalent. Mayari und ich sind gar keine Detektiv-Girls, sondern einfach nur die Mega-BFFs von Rilana.“ Da konnte ich nur zustimmen. Also sagte ich: „Genau.“
Ayesha ballte verzweifelt die Fäuste und verzog die Miene. „Was habt ihr eigentlich immer gegen mich, ihr einfallslosen Nachmacher?!“, kreischte sie und schwenkte ihr Handy. Dann drehte sie sich ruckartig um und rannte weg. Wütend zeigte ich ihr das Schweige-Einhorn, was sie aber nicht mehr sah. Und das war eigentlich auch ganz gut so.
Synchron stapften Ayame und ich zu Lia zurück. Die werkelte immer noch an den Rohren herum. Wir erzählten ihr von Ayeshas Verhalten. Lia nickte bedächtig. „Nicht gerade unverdächtig!“, kommentierte sie.
Das stimmte.

 🐴

Um kurz nach 11 kam Mayari an. „Und? Habt ihr den Saboteur gefunden?“, fragte sie uns. Ayame nickte entschieden und schüttelte dann genauso entschieden den Kopf. „Ja! Nein!“, sagte sie. „Das heißt – wir glauben, dass Ayesha es ist. Und wenn nicht, dann Timo.“
Mayari grinste verstohlen. „Also doch Timo.“ Apropos Timo: Wir mussten uns gar nicht mal absprechen – wir gingen einfach gleichzeitig ins Café. Jette und Timo waren beide da.
Mayari und ich holten uns einen klassisch taiwanesischen Bubbletea und einen Erdbeersmoothie. Ayame bestellte einen Matcha-Milchtee und zwei Brownies. Und das erstaunlichste: Sie hatte schon wieder eine verbogene Gabel! War das jetzt Absicht oder Zufall?
Ayame rückte ihre Brille zurecht, schnappte sich die verbogene Gabel und ging damit zum Tresen. „Timo?“, rief sie. „Was hat das zu bedeuten? Schon wieder 'ne verbogene Gabel! Ist das die gleiche wie gestern?“
Jetzt war Timo an der Reihe, sich die Brille zurechtzurücken. „Natürlich nicht! Die von gestern hab ich doch wieder gerade gebogen und außerdem gerade erst in die Spülmaschine gesteckt! Wie komisch!“
„Hm“, machte Ayame mit einem schelmischen Funkeln in den Augen. „Komisch, komisch.“
„Ist doch so!“, protestierte Timo.
Ayame warf über die Schulter einen Blick zu mir und zwinkerte. „Sei ganz ehrlich. Steckst du dahinter?“ Sie bog an der Gabel herum. Die Gabeln des Waltz-Cafés waren echt voll biegsam!
„Ich hab doch gestern schon geschworen, dass ich das nicht war! Warum sollte ich es dann heute sein?“, regte sich Timo auf.
Ayame zuckte die Schultern und legte die Gabel auf den Tresen. „War halt so 'ne Vermutung.“ Sie sah aus dem großen verglasten Fenster, das sehr gut die Sicht auf die Koppel freigab.
Timo ließ die Klappe der Spülmaschine einrasten. „Ist schon okay.“ Er schaute hoffnungsvoll in Ayames Richtung. Die wirkte plötzlich irgendwie niedergeschlagen. Sie holte eine Tupperdose aus ihrer apricotfarbenen Asics-Sporttasche und stopfte dort ihre Brownies rein. Dann schnappte sie sich auch noch ihren Matcha-Milchtee, legte das Geld für unser Essen und Trinken auf den Tresen und ging „Tschüss“ murmelnd aus dem Café. Durch das Fenster sah ich, wie sie in Richtung Koppel stapfte und sich dort auf einen großen Stein setzte.

Ich erzählte Mayari, wie sich Ayesha verhalten hatte, als Ayame und ich sie verdächtigt hatten, und dass wir die ganze Sache schon mit Lia besprochen haben. Mayari gab mir einen wichtigen Gedankenanstoß: „Ich glaube, Ayesha ist gar nicht so verdächtig, wie du sie findest. Ihr seid einfach verstritten und sie fühlt sich eben gemobbt.“ Der Gedanke, den sie da ansprach, war zwar wichtig, aber irgendwie fand ich es trotzdem blöd, dass Mayari meine Sicht nicht unterstützte und was total anderes dachte. Wir waren doch BFF! Ich gab meinem Drang, es ihr heimzuzahlen, nach, und konterte frech: „Es ist übrigens nicht ausgeschlossen, dass Tasuke der Saboteur ist, ne?“ Okay, das ging vielleicht ein bisschen zu weit. Mayari machte nämlich mit bei der Heimzahl-Sache und behauptete, dass Mom auch irgendwie verdächtig war. „Die will ja euer Lieblingspferd Ice Cream verkaufen und kümmert sich nur um das Haus, und vom Waltz-Café hat sie halt keinen Nutzen. Was auch komisch ist, ist dass ihr euch dauernd zofft! Habt ihr etwa einen Familienstreit?“, fügte sie bissig hinzu.
„Nö!“ Mit Dad hatten wir doch gar kein Problem. Ich schüttelte trotzig den Kopf. Wir hatten nur Streit, weil sie Ice Cream verkaufen wollte – und, weil sie mich dauernd Schatz nannte.

Ice Cream.
Ob sie schon wer gekauft hatte? In meinem Hals stieg ein dicker Kloß auf. Ayame. Jetzt konnte ich sie verstehen. Deshalb war sie so traurig rausgegangen. Sie wollte Ice Cream nicht gehen lassen, aber sie konnte nichts tun. Ich erklärte Mayari, was in Ayame und mir vorging. Mayari presste die Lippen zu einer schmalen Linie zusammen.
Anscheinend hatte Timo gelauscht, denn er verschwand unauffällig durch die Tür nach draußen.
Ich trank einen großen Schluck von meinem Bubbletea. Es waren drei Tapioca-Perlen dabei. Es machte Spaß, sie zu zerkauen, weil sie so klebrig und gummiartig (und vor allem lecker) waren. Aber der Geschmack vom eigentlichen Bubbletea war auch klasse. Schwarzer Tee mit Zucker und Milch – beste Kombi ever!
Wir saßen noch ein paar Minuten schweigend an unserem Tisch und tranken unsere Getränke. Irgendwie hatte ich Hunger, denn Tapioca-Perlen reichten nicht aus, um mich satt zu kriegen. Ich glaube, von denen wäre keiner satt geworden. Was würde es wohl zum Mittagessen geben? Zum Glück musste ich heute nicht kochen – dafür aber den Abwasch machen. Ich wollte lieber nicht dran denken.

Während ich mir den Strohhalm meines Bubbletea-Bechers zwischen die Zähne steckte, holte ich mein Handy hervor. Eigentlich war die Hosentasche meiner grauen Hot Pants nicht so gut geeignet für dieses wichtige Gerät; aber zum Glück kannte ich niemanden, der mir mein Handy klauen wollen würde.
Ich ging auf TikTok und suchte nach Ayesha Al-Abadi. Tatsächlich hatte sie einen TikTok-Kanal, auf dem sie jeden Tag mehrere Selfies postete. Vor allem hatte sie aber sehr viele Follower – das stach mir besonders ins Auge. Und was mich störte war, dass sie auf jedem ihrer Selfies auf irgendetwas von unserem Hof herumlungerte! Leider schien es so, als würde Ayesha auf keinem ihrer Selfies im Café sein; also gab es auch keine Hinweise, ob sie dort Gabeln verbog... Seufzend trank ich den letzten Schluck von meinem Bubbletea aus und steckte mein Handy in die Hosentasche.

Jette, die gerade nichts zu tun hatte, lehnte sich zu Mayari und mir rüber. „Mann Leute“, fing sie an, „seit Timo diese BFF von euch kennt, tickt er total aus! Meint ihr, da wird was draus?“
Ich grinste. „Kann sein. Sie heißt Ayame. Die ist auch nicht mehr ganz klar im Kopf, aber immerhin kann sie noch denken.“
Jette nickte. „Timo nicht. Ayame. Stimmt, Ayame. Du hattest sie mir mal vorgestellt.“
„Ey!“, mischte sich Mayari ein, „Ayame ist noch total klar im Kopf! Sprich nicht so über deine Freundin!“
Wir redeten noch ein bisschen, bis ich schließlich auf das Thema Bezahlen kam. Ich rechnete aus, dass unsere Getränke zusammen 7,65 Euro machten, aber ich hatte nur einen Zehn-Euro-Schein mit. Jette musste uns also 2,35 Euro Wechselgeld geben.
„Hast du 2,35?“, fragte ich sie und wedelte mit dem Zehner. Jette nickte und antwortete selbstbewusst: „Sicher! Werd ich schon finden! Ich brauch nur zwei Euro, eine Zwanzig-Cent-Münze, eine Zehn-Cent-Münze und eine Fünf-Cent-Münze zu finden: Ist doch voll einfach!“ Sie nahm den Schein entgegen und machte die Schublade mit dem Wechselgeld auf. Dann war sie plötzlich ganz baff und starrte mit runterklappender Kinnlade vor sich hin.
Ich ging zu ihr hinter den Tresen und sah sofort, was los war: die Schublade mit dem Wechselgeld war leer! In ihr lag keine einzige Münze. Der Saboteur hatte ganz offensichtlich wieder zugeschlagen. Aber wann? Und warum? Und wie, unbemerkt? Und eben noch die ganzen anderen unbeantworteten Fragen, die mit der Sabotage zusammenhingen.
„Jette, soll ich was spenden?“, fragte Mayari hilfsbereit. Jette schüttelte den Kopf. „Nein, nicht nötig. Wir leben nicht von Spenden. Das gestohlene Geld holen wir uns zurück“, erklärte sie übertrieben loyal. Ich zwinkerte ihr zu. „Das Geld hole ich euch zurück!“
Jette nickte begeistert. Dann hielt sie mir die Hand für ein High-Five hin. Ich schlug kräftig ein. Dann fragte ich Mayari, ob sie vielleicht 7,65 Euro mithatte. Zum Glück hatte sie 7,50 Euro dabei und Jette war so freundlich, auf 15 Cent zu verzichten. Ihr konnte das Geld schließlich ziemlich egal sein – das Café war das von Lynn.

Mayari und ich gingen raus. Wir wollten diesen Fall jetzt lösen. Draußen saßen Ayame und Timo auf den zwei großen Steinen bei der Koppel. Das Thema Ice Cream schienen sie vergessen zu haben. Inzwischen kümmerten sie sich nur noch um sich gegenseitig. Ayame rückte gerade ihre Brille zurecht, als sie mich und Mayari auf sie zukommen sah. Sie stand auf und lief zu uns. Timo schaute ihr verwirrt hinterher.
„Scheinst zwar was gegen Spezial-Mango-Shampoo zu haben, aber auf blonde Leute stehst du wohl immer noch, was?“, gluckste Mayari und piekste Ayame leicht in die Seite. Die lachte und brachte zu ihrer eigenen Verteidigung ein: „Das ist ein voll großer Unterschied. Wer steht übrigens auf Mangoflecken-Typen? Ich schätze, nur du. Aber ich hab mich eigentlich noch nie für gelbe Flecken im Haar begeistern können.“ Ich bemerkte, dass ihre Wangen einen seltenen Rosaton hatten und ihre Augen leuchteten.
Ich fuhr mir durchs Haar. „Zwischen Gelb und Blond liegt tatsächlich ein Riesenunterschied. Aber Ayame steht wirklich auf blonde Leute: die besten Beispiele sind Timo und ich! Und als wir Freundinnen geworden sind, hattest du ja blonde Strähnchen vorne, Mayari!“
Ayame boxte mir gegen die Schulter. „Hä, ich steh nicht auf dich und Yari! Ich bin doch nicht... Und auf andere blonde Leute hab ich auch nie gestanden! Denkst du, ich hatte schon mal einen Crush – außer jetzt? Ich hätte gedacht, du würdest mich besser kennen.“
Mayari verschränkte die Arme vor der Brust und schob die Unterlippe vor. „Ihr seid solche Spaßbremsen! Mein Mango-Witz war doch richtig gut!“, schimpfte sie. Stimmt. Das war er wirklich.

Das laute Brummen von einem Auto und das erschrockene Wiehern von Ceci und Carlo. Auf der sonst wenig befahrenen Autobahn, die direkt an unserem Reiterhof vorbeiführte, brauste ein mir wohlbekannter blauer Fiat mit Pferdeanhänger vorbei. Es war Moms Auto, gefahren von Rob. Er fuhr an uns vorbei! Und der Pferdemarkt lag doch in der anderen Richtung, außerdem waren sie dort schon längst hingefahren! Wie verrückt und unlogisch war das denn? Ich kapierte gar nichts. Wollte sich ein Kunde Ice Cream oder Tornado nach Hause liefern lassen? Eigentlich waren wir für so etwas gar nicht zuständig. Hoffentlich war es wenn überhaupt Tornado.
Timo schaute auf die Uhr, vergrub die Hände in den Hosentaschen und schlurfte mit einem nicht zu deutenden Ausdruck auf dem Gesicht zum Café zurück. Aber Ayame schien es erst gar nicht zu bemerken. Ihr Gesicht war plötzlich verzerrt und sie starrte Moms Auto hinterher. Ich wusste genau, was los war. Sie hatte dieselbe Vermutung wie ich – die mit dem Abholservice – und fürchtete um Ice Cream. Cremefarbene Mähne... Blonde Mähne?!
Ayame nahm ihre Brille ab und drehte sich weg. „Ice Cream“, stotterte sie mit gebrochener Stimme. Mayari und ich legten ihr die Arme um die Schultern. Mein Blick wanderte zu den verglasten Fenstern des Cafés und traf den von Timo. Er wandte sich schnell der Kaffeemaschine zu und tippte so verzweifelt auf dem Display herum, dass sie rot blinkte und eine seltsame Kaffeemischung ausspuckte. Es war offensichtlich. Timo hatte uns beobachtet und wollte nicht, dass ich es bemerkte.
Schnell hielt er einen Pappbecher unter den Kaffeefluss und leerte ihn so schnell, wie es nur Lynn konnte. Wenn das das erste Mal war, dass er Kaffee trank, würde er sicher sein Leben lang darauf verzichten wollen. Mit dem leeren Pappbecher in der Hand stürmte er aus dem Café. Er fasste sich an den Hals und es schien so, als wollte er sich übergeben, obwohl er sich verschluckt hatte. Schließlich hustete er laut und schmiss den Pappbecher in den Recycling-Container. Dann lief er auf uns zu. „A-Alles okay, Ayame?“, krächzte er, obwohl gerade offensichtlich er die meiste Hilfe brauchte. Ich klopfte ihm richtig heftig auf den Rücken.
„Alles okay?“, fragte Ayame. Unter Husten und zugekniffenen Augen nickte Timo. Die beiden setzten sich etwas abseits unter einen Baum. Während die Traurigkeit wegen Ice Cream wieder in Ayame zurückkehrte, schien es Timo besser zu gehen.

Ich wandte mich Mayari zu. „Ich geh jetzt Mittagessen. Du kannst ja mitkommen“, erklärte ich ihr. Mayari nickte überzeugt. Zusammen gingen wir ins Haus. Sofort stieg mir der Duft von Fischstäbchen mit Kartoffelbrei und Rahmspinat in die Nase. Was Dad kochte, war immer lecker. Er war ein überragender Koch – jedenfalls im Vergleich mit anderen Familienmitgliedern. Für dieses gute Essen machte ich richtig gerne den Abwasch... Und das wollte was heißen. Denn seit ich ihn irgendwann machen musste, war Abwasch mein Feind. Nur manchmal konnte ich mich mit ihm anfreunden, wenn das bedeutete, dass ich nicht kochen musste und jemand anderes eine Spezialität zubereitete.
Mayari und ich aßen alles auf, was die Küche an Herumstehendem zu bieten hatte, und machten zusammen den Abwasch. Zu zweit ging das viel schneller als alleine, aber dass Ayame uns nicht helfen konnte, war trotzdem ärgerlich. Wahrscheinlich hätte sie sich da sowieso nur rausgemogelt.

Wieder draußen lief uns Tasuke mit einer Schubkarre voller Mist über den Weg. Als er uns sah, ging er langsamer. „Hi. Habt ihr schon gegessen?“, fragte er. Wir nickten. „Ja“, sagte ich, „war extrem lecker. Ich sag dir Bescheid, wenn Dad wieder kocht.“
Er wischte sich den Schweiß von der Stirn. „Sehr gut. Von Fertigfood kann man sich nicht sein Leben lang ernähren. Aber gut, heute kaufe ich mir noch eine Chicken-Teriyaki-Fertigmischung. Noch bin ich süchtig. Wollt ihr auch was?“
Ich nickte. „Ja, eine Packung für den Abend. Ah, und übrigens: Weißt du irgendwas übers Café zum Thema Einbruch? Hast du zum Beispiel mitbekommen, wie Jette und Timo nicht aufgepasst haben und sich jemand an der Kasse zu schaffen machte?“
Tasuke überlegte. Dann lachte er verlegen. „Na ja, die Waltz-Kinder haben sich zu mir gesetzt und mit mir geredet, als ich dort war. Ihr habt da, glaub ich, was mit Ayesha gemacht, so sah's jedenfalls aus dem Fenster aus. Und weil Jette und Timo mit mir geredet haben, haben sie dem Tresen den Rücken zugedreht. Aber ich hab nicht drauf geachtet, ob jemand beim Tresen herumschlich. Wir haben über Chicken Teriyaki und die Fußball-Quali geredet – das fand ich natürlich spannender.“ Ich schmunzelte. „Trotzdem Danke. Natürlich waren wir voll abgelenkt, als wir mit Ayesha geredet hatten.“ Der Täter musste also einer sein, der wusste, dass wir ihn suchten. Vielleicht war es Tasuke selbst! „Bist du eigentlich sicher, dass du es nicht selber warst?“, fragte ich misstrauisch. Dass er uns Tipps gab, hieß schließlich nicht, dass wir ihm glauben mussten – er hatte keine Beweise.
Tasuke hob mit leicht verärgertem Gesichtsausdruck die Hände. „Glaubt ihr mir nicht? Ich bin sicher, dass ich es nicht selber war!“
Mayari stellte sich vor mich und wies mit dem Daumen nach hinten. „Sie glaubt dir nicht!“ Tasuke nickte, zuckte mit den Schultern und wuschelte sich durchs Haar. „Okay“, sagte er, „wenn ihr wollt, kann ich öfter ins Café gehen und den Tresen beobachten. Und für den Abend gibt’s Chicken Teriyaki. Oder magst du keins? Schien mir letztens so.“
Mayari schien sich darüber aufzuregen, wie durchschaubar sie war, und auf ihrem Gesicht zeichnete sich Verzweiflung ab. „Äh... Kannst du stattdessen einfach Ramen besorgen?“, fragte sie zerknirscht. Tasuke reckte den Daumen nach oben. Dann gab er seiner Schubkarre einen Schubs und lief weiter.
Ich rief ihm hinterher: „Das mit dem Tresen-beobachten machst du einfach immer, wenn du die Gelegenheit dazu hast, okay?“ Er warf mir über die Schulter einen Blick zu. „Jep!“

Inzwischen hatte Timo Ayame beide Arme um die Schultern gelegt und die einen Heulkrampf wegen Ice Cream. Wir hockten uns zu ihnen und ich erzählte von der Aktion mit Tasuke. Der Gedanke ans Chicken Teriyaki konnte Ayame zum Glück etwas aufheitern.

Das Chicken Teriyaki war wirklich echt lecker. Was mich wunderte, war, dass Timo wieder mit so einem komischen Gesichtsausdruck weggegangen war.
Tasuke hatte nicht vergessen, dass Mayari Ramen wollte, und eine Packung Ramen gekauft. Als sie es sich gekocht hatte, sah sie so glücklich aus, als wäre ihr nie etwas besseres passiert. Ich dagegen fand das g
ar nicht so spektakulär. Wäre ich Tasuke, hätte ich auch das Ramen nicht vergessen – das war sowieso bestimmt viel günstiger als Chicken Teriyaki. Wir aßen noch, als ich durch das Fenster sah, wie Mom, Lynn und Rob zurückkamen. Ich ließ mein Chicken Teriyaki stehen und rannte nach draußen.
„Ey Rob!“, rief ich, „Wo ist Ice Cream? Hast du sie an die neuen Besitzer geliefert?“
Rob riss die Augen auf und schüttelte dann lächelnd den Kopf. „Glück, ne? Tornado wurde verkauft, aber Ice Cream nicht. Sie hatte plötzlich Koliken, weil so'n blödes kleines Kind von einem Käufer ihr Brot gegeben hat, was sie eigentlich nicht durfte. Ich hab sie direkt zum Tierarzt gefahren.“ Ich wäre Rob jetzt um den Hals gefallen, aber das war mir irgendwie zu peinlich.
„Ice Cream haben wir noch“, sagte er, „aber Tornado nicht mehr. Nur noch ein Haufen Geld ist von ihm übriggeblieben. Ich hoffe, davon werden die Hufeisen-Schulden beglichen, gutes Futter gekauft und Cecis Box vergrößert. Aber ich denke, das wird alles nur in den Umbau einfließen und in neuen Angeln für die Türen oder neuen Sofas zum Vorschein kommen.“ Er atmete schnaubend aus. Ich konnte ihn gut verstehen. Es ging doch jetzt um die Pferde und nicht um noch ein neues Sofa! Ich gab Rob den Auftrag, dass er beim Hufschmied die Schulden für Moritz' Hufeisen bezahlen sollte. Nicht dass das ganze Tornado-Geld schon in den Umbau ging, bevor die wirklich wichtigen Sachen überhaupt bezahlt wurden.
Ich ging schnell zurück ins Haus und aß hastig mein Chicken-Teriyaki auf, während Rob die Sache mit Moritz regelte. Wo war Ayame plötzlich? Sie war verschwunden. Vielleicht im Café? Ich stopfte mir die letzte Nudel in den Mund und sah nach. Timo und Ayame schienen etwas Ernstes zu besprechen.

Den Kopf voller verwirrender Gedanken ging ich wieder ins Haus und in mein Zimmer. Dort tauschte ich mein verschwitztes schwarzes Top und die Hot Pants gegen Schlabber-T-Shirt und Jogginghose. Den Rest des Abends verbrachte ich damit, Cookies aus dem Küchenschrank zu klauen und nachzudenken, bis ich irgendwann auf meinem Bett sitzend einschlief. Wahrscheinlich kippte ich um und kuschelte mich unbewusst unter die Decke.

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